Bericht zum Jobshadowing an der Konepaja Upper Secondary School for Adults in Helsinki vom 1. bis 5. Dezember 2025
von Lelde Abersone und Sönke Beck

In der ersten Dezemberwoche durften wir im Rahmen von Erasmus+ bei Kolleg*innen der „Konepaja Upper Secondary School for Adults“ hospitieren. An fünf Schultagen erhielten wir einen spannenden Einblick in das finnische Schulsystem, in digitale Tools für den Unterricht sowie für Konferenzen. Zudem konnten wir uns im Unterrichtsfach „Finnisch als Zweitsprache“ Classroom Management und Unterrichtsmethoden in der direkten Praxis kennenlernen.

Über die gesamte Woche wurden wir sehr herzlich von unseren Gastgeber*innen Anna und Otto begleitet, mit denen wir viele konstruktive Gespräche geführt haben und die auf all unsere Fragen kompetente Antworten parat hatten.

Abgerundet wurde unser Aufenthalt durch eine großzügige Einladung zur Abschlussfeier für die A-Level Schüler*innen am Freitagnachmittag.

Bereits der Montag führte uns direkt in den Literaturunterricht im Rahmen von Finnisch als Zweitsprache. Besonders positiv fiel uns die Klarheit in der Arbeitsstruktur auf. Während der Text und die Aufgaben über den PC auf einen großen Monitor projiziert wurden, nutzte der Lehrer ein whiteboard um komplexere Begriffe zu erklären. Auf Nachfragen ging er ein und sicherte über das Klären der Begriffe das Verständnis für den Inhalt des Textes ab. Die Aufgeräumtheit des Klassenraumes nahmen wir als sehr lernförderlich wahr. Angepasst an digitale Bedürfnisse verfügte der Raum über Steckdosenleisten, die bei Bedarf in die Nähe der Tische gebracht werden konnten.

Aufgeräumter Klassenraum: Nur bekannte Silben werden verwendet.

Allgemein fanden wir die Klassenraumgestaltung positiv. Gegenstände waren mit Schildern versehen, so dass man sich die finnischen Wörter direkt einprägen konnte. Zudem arbeitete eine Kollegin, deren Unterricht wir ebenfalls hospitieren durften, nur mit Wortmaterial, deren Silben bereits bekannt waren und visualisierte sie gemeinsam mit passenden Begriffen im Klassenraum. Das Erkennen und Einüben von Wörtern waren dadurch einprägsam.

Ebenfalls spannend war der Einblick das digitale Schreiben von Klausuren. Eine smarte Lösung für die teilweise hybrid (anwesend und digital) unterrichteten Klassen der Erwachsenenbildung stellt dabei das Tool Abitti dar. Es erlaubt das digitale Ablegen der Leistungsnachweise an Laptops, die in der Schule zur Verfügung gestellt wurden. Diese waren ausschließlich mit dem Intranet verbunden, was zwei wesentliche Vorteile bietet. Zunächst ist die Internetnutzung an den Geräten nicht möglich, was die Prüfungen sicher gegen Täuschungsversuche macht. Zudem wurden die eingereichten Prüfungsergebnisse digital gespeichert und bei geschlossenen Items automatisiert ausgewertet.

Auch in der Arbeitsorganisation kommen an der „Konepaja Upper Secondary School for Adults“ digitale Lösungen zur Anwendung. Kolleg*innen betätigen sich in verschiedenen Arbeitsgruppen der Schulentwicklung.
Mithilfe des Tools „Flock“ werden dabei Zuständigkeiten zugewiesen und die Arbeitsprozesse dokumentiert. Die Entscheidungsfindung läuft dann wieder basisdemokratisch in Präsenztreffen der Arbeitsgruppen.

Multi-Kamera für Konferenzen: Die Eule

Für Konferenzen, die digital durchgeführt werden, und für hybriden Unterricht kommen Multi-Kameras zum Einsatz, die auf Sprechimpulse reagieren und die zudem auf mehrere Teilnehmende in einzelnen Fenstern zeigen. Besonders für den Unterricht wird diese Funktion entsprechend des erforderlichen Datenschutzes eingestellt, so dass der Fokus auf den Unterrichtsinhalten liegt und keine Personen gefilmt werden.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass wir bei unserer Hospitation einen Perspektivwechsel erleben durften, der uns klare Einblicke in die Arbeitsorganisation des Systems „Schule“ gegeben hat. Überzeugt haben sowohl das klare Classroom-Management als auch die digitalen Lösungen, die wir als Denkaufgabe mit nach Flottbek nehmen, um sie für die Stadtteilschule zu beschreiben und durchzudenken. Stets mit dem Gedanken, praktikable Ansätze in die Schulentwicklung einfließen zu lassen.

Die Teilnehmer*innen

Herzliche Grüße
Lelde Abersone und Sönke Beck